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Neuer Fernradwanderweg zwischen Nord- und Ostsee:

Radwandern auf der deutsch-dänischen „Grenzroute“

Rund 130 Kilometer Grenz- und Schmuggelgeschichte

VisitDenmark

Nun ist das deutsch-dänisches Gemeinschaftsprojekt zwischen Ost- und Nordsee realisiert worden: Seit 20. Mai 2005 werden Radfahrer auf der deutsch-dänischen „Grenzroute“ ein besonderes Erlebnisangebot zwischen der Flensburger Förde und den Nordseedeichen vorfinden. Mehr als eine halbe Million Euro sind für die Errichtung des neuen Fern-Radweges ausgegeben worden.

Die 130 Kilometer lange Route passiert auf idyl­lischen, bereits besteh­enden Wegen alle grenznahen Sehenswürdigkeiten. Sie führt über die kleinen, oft unbekannten Grenzübergänge und bietet nebenbei noch interessante Unterhaltung. Denn die „Grenzroute“ ist ein Themenradweg zur Grenzkultur.

Etwa alle drei Kilometer trifft man auf Infotafeln mit Grenzgeschichte(n). Außerdem wurden entlang der Radroute zehn Rastplätze mit Wetterschutzhütten errichtet. Karten und Hintergrundinformationen über die Route und die zahlreichen Abkürzungs- und Kombinationsmöglichkeiten sowie Beherbergungskapazitäten gibt es unter www.grenzroute.com.

Die kürzeste Strecke zwischen Ost- und Westküste wird als „Nord-Ostsee-Radweg“ separat ausgeschildert und bietet eine ideale Verbindung zum Ostseeradweg im Osten, der North Sea Cycle Route im Westen und dem alten Heerweg vom holsteinischen Wedel nach Viborg.

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Einige der Grenzgeschichten handeln von der „Alten Zollstraße“, die einst den Beinamen „Bananenallee“ trug. Bereits in den Zwanziger Jahren waren hier die Vorfahren der heutigen Harrisleer Grenzhändler gut im Geschäft. Viele Dänen deckten sich diesseits der Grenze mit Südfrüchten ein. Auch Süßigkeiten und andere Dinge, die im Königreich teurer waren, wurden an den zahlreichen Verkaufsständen entlang der Zollstraße angeboten.

Später versuchten nicht wenige Dänen, die Einfuhrgrenzen ihres Landes für billige Tabakwaren und Alkoholika aus Deutschland mit Schmuggel zu umgehen. Wurde man erwischt, konnte es teuer werden. Aber das hielt wenige ab: so wurde ein Mann mit einer Kofferraumladung Flaschen ertappt, die ihn 100.000 Kronen Zoll und Strafe kostete. Da er kein Geld dabei hatte, gewährte man ihm Aufschub bis zum nächsten Tag. Er erschien auch, zahlte und verabschiedete sich. Vor seiner Abfahrt bat ein Grenzbeamter, noch kurz in den Kofferraum sehen zu dürfen. Was fand er dort? Die gleiche Menge Alkohol, für die der Delinquent gerade bezahlt hatte.

Der Ort Vilmkær etwa zeigt die ganze Absurdität einer innereuropäischen Grenze im 20. Jahrhundert. Ein kleiner Zipfel Dänemarks ragt hier nach Deutschland hinein. Dieser Verlauf ist bei der Festlegung der Grenze im Jahre 1920 auf persönlichen Antrag zustande gekommen, denn in Vilmkær wollte man dänisch sein. Jedoch blieb die Straße deutsch. Das war ein Problem, denn nun lag die Zollgrenze vor der Haustür.

Erntete man beispielsweise Korn oder Gemüse auf den in Deutschland liegenden Feldern, durfte man es nicht in sein dänisches Zuhause einführen. Daher wurde 1927 eine Scheune auf der deutschen Seite gebaut. Hier mussten auch die deutschen Erntehelfer ihr Essen zu sich nehmen, denn über die Grenze in die Häuser durften sie damit nicht. Zeitweise durften sogar die Pferde, die im dänischen Stall standen, nicht auf den deutschen Feldern arbeiten. Und gerade Vilmkær war – mangels Schlagbaum – scharf bewacht.

Für weitere Informationen:
Turist Marketing Sønderjylland,
H.P.Hanssens Gade 5,
DK-6200 Aabenraa,
Tel. 00 45 / 73 31 20 20,
Fax 73 31 20 21,
info@grenzroute.com

Radkarten zum Herunterladen, unterhaltsame Geschichten zur „Grenzkultur“, Informationen zu Übernachtungs- und Erlebnismöglichkeiten und vieles, vieles mehr unter www.grenzroute.com

Allgemeine Dänemark-Reiseinfo: www.visitdenmark.com


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